|
Aktion Sühnezeichen / Friedensdienste
Aktion Sühnezeichen wurde von evangelischen Christen gegründet, die sich dem stellten, was durch Deutsche während der Zeit des Faschismus geschah. Die Anerkennung der historischen Schuld für die nationalsozialistischen Verbrechen bildet den Ausgangspunkt des Gründungsaufrufes der Aktion Sühnezeichen. Er wurde 1958 bei der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland verlesen und von zwei Dritteln ihrer Mitglieder unterzeichnet. „Wir Deutschen“, heißt es darin, „haben den Zweiten Weltkrieg begonnen und damit mehr als andere unermeßbares Leiden der Menschheit verschuldet. Deutsche haben in frevlerischem Aufstand gegen Gott Millionen Juden umgebracht. Wer von uns Überlebenden das nicht gewollt hat, der hat nicht genug getan, es zu verhindern.“
Langfristige Freiwilligendienste
In den langfristigen Freiwilligendiensten sind durchschnittlich 150 Männer und Frauen (ab 18 Jahren) tätig. Sie arbeiten eineinhalb Jahre lang in einem der über 120 ASF-Projekte in 13 Ländern. Kriegsdienstverweigerer können mit ASF ihren Friedensdienst als „anderen Dienst im Ausland“ machen. Die langfristigen Freiwilligendienste stehen im Zentrum der Aktivitäten der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste. Sie sind ein jeweils neuer Schritt zur Versöhnung und ein konkreter Beitrag zu einer friedlichen Welt.
Kurzfristige Freiwilligendienste
Zu den Schwerpunkten der internationalen Workcamps der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste gehören Arbeiten zur Erhaltung von Synagogen, jüdischen Friedhöfen und Gedenkstätten, Mitarbeit bei Bau- und Erhaltungsmaßnahmen an sozialen Einrichtungen sowie gemeinsame Freizeiten mit behinderten Kindern und Erwachsenen. Mit der praktischen Arbeit ist eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte verbunden, um politisches Bewußtsein für die Gegenwart und die Zukunft zu schärfen. Die Workcamps finden in Deutschland und in anderen Ländern Europas statt. 1996 nahmen an den Workcamps 336 junge Menschen aus 22 Ländern teil. Das Mindestalter der TeilnehmerInnen beträgt 18 Jahre, in einigen Projekten 16 Jahre.
Engagement im Inland
Die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste nimmt zu gesellschaftlichen Entwicklungen im Inland Stellung. Seit ihrer Gründung tritt ASF einem erneuten Aufkeimen von Rechtsextremismus und Neonazismus entgegen. Sie trägt Initiativen der Friedensbewegung mit und hat sich seit Ende der 80er Jahre im Bereich des Asylrechts und der Flüchtlingsarbeit engagiert. Da auch 50 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus noch immer nicht alle damals Verfolgten rehabilitiert sind, setzt sich Aktion Sühnezeichen Friedensdienste in jüngerer Zeit verstärkt für die Anerkennung und Entschädigung aller NS-Verfolgten im In- und Ausland ein.
ASF-Regionalgruppen in Deutschland
Regionalgruppen bestehen meist aus ehemaligen Freiwilligen und Mitgliedern von ASF, die auch nach ihrem Freiwilligendienst den Kontakt zueinander und zu ASF weiter aufrecht erhalten möchten. Regionalgruppen berichten zukünftigen Freiwilligen auf Infotagen von ihren Erfahrungen, organisieren die Nachbereitung des langfristigen Freiwilligendienstes und arbeiten thematisch.
Für die Gemeinden, Dekanate, Kirchen, politischen Gemeinden, Institutionen und Verbänden, sowie allen Interessierten stellen die ASF-Regionalgruppen den ersten und wichtigsten regionalen Ansprechpartner dar.
In der Region Rhein-Main sind ca. 50 Personen mit der Regionalgruppe verbunden und sind Ansprechpartner im beruflichen als auch im privaten Umfeld. Die Tätigkeitsfelder der Mitglieder erstrecken sich von Pfarrern, Dekane, Sozialarbeitern, Journalisten, Studenten, Unternehmensberater, Handwerker, Rechtsanwälte, Rentner bis hin zu Stadtverordneten in Frankfurt, und spiegeln somit auch die wichtigsten gesellschaftlichen Gruppierungen wieder.
Wir bieten u.a. folgende Gesprächsangebote an:
- Schulbesuche
- Besuche in der Jugendarbeit Ihrer Gemeinde
- Teilnahme an Podiumsdiskussionen
- Mitarbeit bei spez. Formen von Gottesdiensten
- Betreuung von ehemaligen Frankfurter Mitbürgern und Zwangsarbeitern in Frankfurt im Rahmen der Besuchsprogramme der Stadt Frankfurt
- Berichte von aktuellen Projekten aus dem In- und Ausland
- Vernetzung mit örtlichen Vereinen, Gruppierungen und anderen Ansprechpartnern
- Allgemeine Informationen zu ASF und Freiwilligendiensten
- Mitarbeit bei Projekttagen, Jugendkirchentagen
Sollten Sie weitere Fragen oder Anregungen haben oder sind Sie in einem Projekt involviert an dem ASF - aus Ihrer Sicht - mit beteiligt sein sollte, wenden Sie sich bitte an die unten stehende Adresse.
Aktion Sühnezeichen / Friedensdienste
Regionalgruppe Rhein-Main
Matthias Kohl
Herderstraße 22
60316 Frankfurt
069-4980328
rhein-main@asf-ev.de
Weitere Informationen: www.asf-ev.de
|