Initiative 9. November e.V.

Das Logo der Initiative 9. November (Entwurf Markus Wengerter) zeigt den Grundriß des Hochbunkers über dem Grundriß der Synagoge.

Die „Initiative 9. November“ bildete sich 1988 nach der Auseinandersetzung um den Erhalt der Fundamente der Frankfurter Judengasse am Börneplatz. Damals entstand die Idee, wenigstens die Friedberger Anlage 5/6 als Ort der Erinnerung an die Verfolgung und Auslöschung der Frankfurter Juden zu erhalten.
In der Friedberger Anlage 5/6 stand bis zum 10. November 1938 die Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft. Nach ihrer Zerstörung durch die Nazis wurde während des Krieges der noch heute dort stehende Hochbunker gebaut. Lediglich das 1989 errichtete Mahnmal vor dem Bunker erinnert noch an die Synagoge.
Seit dieser Zeit versucht die Initiative, den Ort und seine Bedeutung, ausgehend von seiner nur zum Teil erforschten Geschichte, bekannt zu machen und für den Bunker ein Nutzungskonzept zu entwickeln. Ziel ist es, die Friedberger Anlage 5/6 in den Stadtteil zu reintegrieren und zu einem Ort der Erinnerung, des Lernens und der Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart zu machen.

Frankfurt im Nationalsozialismus
Die Nutzung des Ortes als Zentrum zur Bearbeitung von Fragen zur Frankfurter Geschichte während der NS-Zeit und deren Nachwirken bis in die Gegenwart bietet sich an. Deshalb fordert die Initiative seit Jahren, den Hochbunker umzunutzen für eine in dieser Stadt überfällige Dauer-Ausstellung über „Frankfurt im Nationalsozialismus.“ Daneben bietet das Gebäude Raum für weitere Ausstellungen und Archive.

Ort der Auseinandersetzung
Die Friedberger Anlage 5/6 bietet sich an als ein Forum für Diskussionsveranstaltungen und Begegnungen. Hier kann die Vergangenheit lehren, woran der Integrationsversuch der ausgelöschten jüdischen Gemeinden scheiterte, und die Gegenwart nach ihrer Fähigkeit zur Aufnahme von Minderheiten befragt werden. Die Liberalität, die Frankfurt einst prägte, bedarf all unserer Anstrengung, damit die hier lebenden Minderheiten sich sicher fühlen können.
Daneben muß die Geschichte des Ortes zur Disposition gestellt werden: Auf den zerstörten Grundmauern der Synagoge, einst Mittelpunkt jüdischen Lebens in Frankfurt, steht der frühere Schutzbunker für die „deutsche Volksgemeinschaft“, den der Bund ab 1989 für den „Zivilschutz“ aufrüsten ließ, während die Stadt zur gleichen Zeit zur viel befahrenen Straße hin ein Mahnmal errichtete.

Geplante Aktivitäten:

  • Voraussetzung unserer Arbeit ist die Herausnahme des Hochbunkers aus der Zivilschutzbindung der Bundesregierung
  • ausstehende Forschungsarbeiten: zur Geschichte des Ortes; Geschichte der Gemeinde bis 1938; Errichtung des Bunkers; Nutzung als Luftschutzbunker bis 1945
  • Dokumentation der Nachkriegsgeschichte der Friedberger Anlage bis zur Errichtung des Mahnmals
  • Umgestaltung des Umfelds mit dem Mahnmal
  • Äußere Umgestaltung des Bunkers bis hin zu architektonischen Veränderungen (s.a. „Orte des Erinnerns“, Entwurfseminar 1995/96)
  • Öffnung des Bunkers für Veranstaltungen, für andere Initiativen und für BesucherInnen
  • Die Voraussetzungen für die Ausstellung des Jüdischen Museums „Ostend – Blick auf ein jüdisches Viertel“ schaffen. Sie soll hier erneut gezeigt werden, aber auch Dokumentationen über die NS-Zeit, die in Frankfurter Schulen erarbeitet wurden.

Aktuell:
a) Ausbaumaßnahmen zur Neugestaltung des Eingangs (rechter Vorbau)
b) Vorbereitung des Innenraumes für die Ausstellung „Ostend – Blick auf ein jüdisches Viertel“
c) Info-Banderole auf der Bunkermauer
d) Erforschung der östlichen Synagogen-Fundamente

Für die Realisierung ihrer Planung bittet die Initiative 9. November um Ihre Spende.
Bankverbindung: GLS Gemeinschaftsbank eG Kto-Nr.: 80389449, BLZ: 43060967

Kontakt:
Initiative 9. November e.V. c/o Sigmund-Freud-Institut
Myliusstraße 20
60323 Frankfurt/Main

Telefon: 0177-712 0412


Information über die Arbeit der Initiative 9. November finden Sie in:
„Orte des Erinnerns – Hochbunker an der Friedberger Anlage“. Initiative 9. November, Frankfurt 1996
Faltblatt „Umgestaltung des Bunkers am Ort der Synagoge an der Friedberger Anlage in Frankfurt am Main“, 2002