Katholische Stadtkirche

Die Katholische Stadtkirche repräsentiert die Gesamtheit der Katholiken in Frankfurt am Main. Sie betreibt Projekte und Initiativen, die den Rahmen einer einzelnen lokalen Kirchengemeinde überschreiten oder sie regt einzelne Träger (wie Bildungseinrichtungen oder soziale Dienste) an, sich solcher Projekte anzunehmen.
Die Erforschung der kirchlichen Zeitgeschichte während der NS-Zeit haben sich bisher unterschiedliche katholische Institutionen der Stadt zur Aufgabe gemacht. Beispielhaft seien das Katholische Bildungswerk, das Katholische Jugendamt und die Katholische Hochschulgemeinde genannt, die zeitweilig solche Projekte betrieben haben: Ausstellungen, Podiums- Diskussionen, Publikationen o. ä. Aber auch einzelne Forscher, z. T. selbst Zeitzeugen, haben ihre Forschungsergebnisse und/oder Erinnerungen veröffentlicht. Die Zusammenfassung dieser verstreuten Einzeldarstellungen wäre wünschenswert, ist aber einstweilen noch nicht realisiert worden. Deshalb an dieser Stelle einige Hinweise auf Publikationen, die unter lokal- geschichtlicher Rücksicht interessant sind:
Klaus Schatz SJ, Geschichte des Bistums Limburg, Mainz 1983. Das Kapitel „Selbstbehauptung unter dem Druck des Dritten Reiches“ (S. 256-292) enthält viele Einzelheiten zu Frankfurt am Main
Alois Eckert: 1932-1942. Erinnerungen, in: Jahrbuch des Bistums Limburg 1964, S.32-41. Der frühere Frankfurter Stadtpfarrer berichtet u. a. über seine skeptischen Warnungen gegenüber dem Reichskonkordat 1933 und seine Verhaftung wegen unterlassener Kirchenbeflaggung am 9. November 1935 (damals NS-Feiertag!).
Bruno Lowitsch: Der Kreis um die Rhein-Mainische Volkszeitung, Wiesbaden/Frankfurt am Main 1980 Heim Blankenberg: Politischer Katholizismus in Frankfurt 1918-1933, Mainz 1981 Beide Autoren behandeln u. a. das erzwungene Ende dieser linksliberalen katholischen Tageszeitung und die Vertreibung ihres Herausgebers, des bekannten Röntgenologen und Zentrums-Abgeordneten Friedrich Dessauer.
Historisches Museum Frankfurt am Main (Hg.), Jugend im nationalsozialistischen Frankfurt. Ausstellungsdokumente, Zeitzeugenerinnerungen, Publikum. Frankfurt am Main 1987. In diesem Band finden sich auf den Seiten 78-83. 170-173 und 283-285 Text- und Bild- Dokumente über katholische Jugendliche und Jugendgruppen in der NS-Zeit.
Helmut Mann: Bernhard Hecker: Katholischer Jugendführer und Opfer des Gestapo-Terrors, in: Archiv für mittel rheinische Kirchengeschichte 49/1997, S. 259-291 Mann beschreibt als Historiker und betroffener Zeitzeuge die Zerschlagung einer katholischen Jugendgruppe im Frankfurter Nordend und zeichnet ein Porträt des Gruppenleiters, Bernhard Becker, der in der Gestapo-Haft zu Tode kam.
Oswald Stein: Abgebaut. Eine Familie erlebt das Dritte Reich. Frankfurt am Main 1992. Zeitzeugen-Bericht über eine jüdisch versippte katholische Familie in Frankfurt.

Kontakt:
Katholische Stadtkirche
Lutz Lemhöfer
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Tel. 069-1501149, Fax 069-1501159