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Verein für Frankfurter Arbeitergeschichte e. V.
1975 regte der Freundeskreis der ehemaligen Mitglieder der SAJ (Sozialistische Arbeiterjugend) an, die Geschichte der Frankfurter Arbeiterjugend darzustellen. Im Zusammenwirken mit dem Historischen Museum sollten eine Ausstellung und ein Katalog zur Geschichte der Arbeiterjugend erarbeitet werden. Dazu wurde im Mai 1977 der „Verein zur Erforschung der Geschichte der sozialistischen Jugendbewegung in Frankfurt am Main“ gegründet. Im Gründungsvorstand saßen Georg Stierle, Detlef Hoffmann vom Historischen Museum, Heinrich Meyer, Moshe G. Hess, Grete Brill.
Die Interviews mit den ehemaligen Arbeiterjugendlichen und ihre Erinnerungsstücke bildeten den Grundstock zur vielbeachteten Ausstellung.“ Arbeiterjugendbewegung in Frankfurt am Main 1904-1945 - Material zu einer verschütteten Kulturgeschichte“ im Rothschildpalais (dem heutigen Jüdischen Museum). Über 13.000 BesucherInnen wurden gezählt. Das breite Begleitprogramm mit Film- und Diskussionsveranstaltungen fand bundesweite Beachtung. Die Ausstellung selbst stellte ein Novum dar als eines der ersten bundesdeutschen Beispiele sozialer Kulturarbeit und der sich in diesen Jahren entwickelnden Oral History Bewegung. „Geschichte von unten“ war das Motto dieser Zeit. Folgeergebnis war die 1980 vorgestellte Chronik „Die junge Garde. Arbeiterjugendbewegung in Frankfurt am Main 1904-1945“ mit Lebensgeschichten aus dem gesamten Spektrum der Arbeiterbewegung.
War der Gründungszweck mit Ausstellung und Chronik zwar erfüllt, wurde doch ein wesentlicher Sinn in der Kontinuität der Vermittlung von Geschichte der Arbeiter(jugend)bewegung gesehen. Zugleich wollte der Verein mit seinen Aktivitäten vor dem Wiederaufleben rechtsextremistischer Tendenzen warnen und mit dazu beitragen, „aus der Geschichte die richtigen Lehren zu ziehen“.
Die Herausgabe vieler Publikationen (darunter etwa die Reihe Studien zur Arbeiterkindheit und -jugend in ausgewählten Stadtteilen: Fechenheim, Gallus und Bockenheim oder Frankfurter Arbeiterbewegung in Dokumenten 1832-1933), die Beteiligung an ungezählten Vortragsveranstaltungen (u. a. mit Dieter Rebentisch, Walter Grab, Iring Fetscher, Franz Neuland, Volker Eichler), an Werkstattgesprächen (u. a. zum „Rhein-Main-KZ“ Zeilweg, Projekt Walkemühle/Melsungen - Von der `freien Schule´ des ISK zur Falkenbildungsstätte oder zur Geschichtswerkstätte Riederwald), sowie Stadtrundfahrten, Mitarbeit an einem alternativen Stadtführer, Musikveranstaltungen (u. a. mit Hein & Oss Kröher) ließen den Verein für Frankfurter Arbeitergeschichte, wie er im Juni 1983 umbenannt wurde, zum unverzichtbaren Bestandteil Frankfurter Institutionen werden.
Der Verein war zugleich Träger von AB-Maßnahmen, so etwa in jüngster Zeit zum Ausstellungsprojekt des Historischen Museums „Von Fremden zu Frankfurtern - Zuwanderung und Zusammenarbeit“.
Der Verein hat zu Beginn des Jahres 2005 etwa 100 Mitglieder. Das Mitteilungsblatt des Vereins erscheint seit 1985 im 19. Jahrgang (einsehbar in der Deutschen Bibliothek). Der amtierende Vorstand wird gebildet mit Hans Pleitgen als Vorsitzendem, Albrecht Werner-Cordt, Lina Schwee, Anne Erb, Judith Pakh, Monika Jung, Wolf von Wolzogen, Katharina Hahn, Dieter Eckhardt.
Eine enge Zusammenarbeit besteht mit dem Verein für Hessische Arbeitergeschichte „Weltoffenes Hessen“ sowie dem Kreisverband des DGB.
Geplante und begonnene Aktivitäten:
Interviewprojekt Geschichte der Arbeiterjugend 1945-1947
Kontakt:
Verein für Frankfurter Arbeitergeschichte e. V. c/o Wolf von Wolzogen, Historisches Museum, Saalgasse 19, 60311 Frankfurt am Main, Tel. 069-212-34611, E-mail: wolf.vonwolzogen@stadt-frankfurt.de
Hans Pleitgen, P.F. 930248, 60486 Frankfurt am Main, Tel. 761881
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