Die Gedenkplakette an die Bockenheimer Synagoge

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Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Gelände der im Novemberpogrom 1938 gebrandschatzten und anschließend abgerissenen Bockenheimer Synagoge in Blockrandbebauung überbaut. Die fotografische Abbildung der Synagoge aus der Zeit um 1905 in der 1986 eröffneten U-Bahnstation Kirchplatz erinnerte erstmalig wieder an das Novemberpogrom und die Zerstörung der Synagoge. Der Arbeitskreis „Juden in Bockenheim“ bemühte sich erfolglos um die Aufstellung eines Gedenksteines an der Einmündung der Ginnheimer Landstraße in die Schlosstraße.

Die im Gehweg eingelassene Gedenkplakette an die Zerstörung der Bockenheimer Synagoge an der Ecke Schlosstraße/Ginnheimer Landstraße, Fotografie 2000

Die im Gehweg eingelassene Gedenkplakette an die Zerstörung der Bockenheimer Synagoge an der Ecke Schlosstraße/Ginnheimer Landstraße, Fotografie 2000


Die Stadt beschloss eine Gedenkplatte als begehbare Bodenplatte. Ein Gedenkstein hingegen wurde als Behinderung des Verkehrs abgelehnt. Die Erinnerung an die Bockenheimer Synagoge und das Novemberpogrom 1938 im alltäglichen Verkehrsgeschehen ist behinderungsfrei und, abgesehen von Tagen aktiver Erinnerung, eine Erinnerung mit garantierter Stolperfreiheit.

Die Gedenkplakette an die Bockenheimer Synagoge, Fotografie 1988


Die von Willi Willi Schmidt gestaltete und am 3. November 1988 der Öffentlichkeit übergebene Plakette hat den Text: „Hier stand die alte Bockenheimer Synagoge, die 1865 wegen Baufälligkeit abgetragen wurde. Die 1874 errichtete neue Synagoge wurde in der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 verwüstet und in Brand gesteckt.“

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    Impressum © Stadt Frankfurt am Main. Text erstellt 2003, aktualisiert am: 31.08.2015