Luftalarme im Riederwald 1941

Druck

Johanna Tesch, die mit ihrem Ehemann Richard im Riederwald wohnte, hat in ihrem Notizbuch für das Jahr 1941 jeden Luftalarm eingetragen. Das Notizbuch verzeichnet insgesamt 45 Luftalarme:3 im April, 3 im Mai, 2 im Juni, 7 im Juli, 8 im August, 8 im Septembe, 10 im Oktober, 1 im November und 3 im Dezember.

Seiten aus dem Notizbuch Johanna Teschs für das Jahr 1941, 8. bis 14. Juni

Seiten aus dem Notizbuch Johanna Teschs für das Jahr 1941, 6. bis 12. Juli


Zum Luftalarm und seiner Dauer notierte Johanna Tesch, ob sie und Richard im Bett blieben, in der Küche oder der Stube den Verlauf des Angriffs abwarteten oder in den Keller gingen. 1941 erfolgten die Luftangriffe mit durchschnittlich 20 Bombern. Der größte Verband, der Frankfurt 1941 angriff, umfasste etwa 60 Bomber. Da die Bomberverbände im Vergleich zu den Angriffen 1943 und 1944 relativ klein und die Luftlagemeldungen relativ präzise waren, bestand kein Anlass, bei jedem Alarm in den Keller oder Bunker zu gehen. Der Feind flog auch so genannte Störangriffe, die allein den Zweck verfolgten die weitreichenden Maßnahmen auszulösen, die bereits bei einem drohenden Angriff vorgesehen waren, wie zum Beispiel die Verbringung der Patienten der Krankenhäuser in die Luftschutzkeller, die Einstellung der Produktion in den Fabriken, die Alarmierung der Hilfsdienste oder die Einstellung des Bahn-, Straßenbahn- und Omnibusverkehrs. Die Siedlung Riederwald blieb 1941 von Luftangriffen verschont. Der Luftkrieg veränderte das gewohnte Leben, aber er bestimmte es noch nicht. Das Notizbuch verzeichnet zahlreiche Spaziergänge, Kino- und Theaterbesuche, Besuche bei Bekannten und Gänge in die Innenstadt mit Einkäufen und Cafébesuchen.

  • Weitere Beiträge zu verwandten Themen
  • Jürgen Steen, Historisches Museum  

    Impressum © Stadt Frankfurt am Main. Text erstellt 2003, aktualisiert am: 30.09.2003