Paul Arnsberg

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Arnsberg, Paul. Dr. jur. Jüdischer Schriftsteller, Historiker und Journalist.
*26.12.1899 FfM., † 10.12.1978 FfM. Schüler der Realschule der Israelitischen Religionsgemeinschaft in FfM., ab 1914 der Liebig-Oberrealschule. Nach Kriegsdienst Studium der Rechtswissenschaften, z. T. in FfM. Ab 1920 Vorstandsmitglied der Fter. Zionistischen Vereinigung. Als Referendar 1922 aus dem Staatsdienst entlassen, in FfM. kaufmännisch tätig. 1923 Erster Vorsitzender der Fter. Jüdischen Vereinigung. Journalistische Tätigkeit bei der Frankfurter Zeitung, dem Fter. Jüdischen Wochenblatt und den Fter. Zionistischen Nachrichten. Von 1931 bis 1933 Mitglied der Gemeindevertretung der Fter. Israelitischen Gemeinde. 1931 beim Oberlandesgericht FfM. erneut in den Justizdienst eingetreten, 1933 entlassen. Nach Palästina emigriert. 1958 Rückkehr nach FfM. Seitdem Berufsjournalist. Ab 1960 Mitarbeiter der FAZ. Seit 1960 Mitglied des Gemeinderates, von 1966 bis 1969 Vorstandsmitglied der Jüdischen Gemeinde FfM. Vitalisierte einige der früheren jüdischen Stiftungen (u. a. die Henry und Emma Budge-Stiftung) und arbeitete in deren Vorstand mit. Mitglied der Kommission für die Erforschung der Geschichte der Fter. Juden. 1975 Aufgabe der Ämter in der Jüdischen Gemeinde, um sich nur noch seiner Arbeit als Historiker und Journalist widmen zu können. Veröffentlichungen von A.: „Von Podolien nach Offenbach. Die jüdische Heilsarmee des Jakob Frank“ (1965), „Jakob Henry Schiff. Von der Fter. Judengasse zur Wallstreet“ (1969), „Bilder aus dem jüdischen Leben im alten FfM.“ (1970), „Die jüdischen Gemeinden in Hessen“ (3 Bde., 1971 – 1973), „Henry Budge. Der ‚geliebten Vaterstadt Segen gestiftet‘“ (1972), „900 Jahre ‚Muttergemeinde in Israel‘: FfM. – Chronik der Rabbiner“ (1974), „Die Geschichte der Fter. Juden (3 Bde., 1983 posthum erschienen) u. a. Arnsberg ist der wichtigste Historiker zur Geschichte der Fter. Juden nach Isidor Kracauer. 1970 Großes Bundesverdienstkreuz. 1975 Ehrenplakette der Stadt FfM., 1977 Verdienstmedaille der Fter. Jüdischen Gemeinde. 1978 Ehrenbrief des Landes Hessen. 1979 (posthum) Goethe-Plakette der Stadt FfM. 1983 Großer Festsaal im Henry-und-Emma-Budge-Heim in „P.-A.-Saal“ umbenannt.

Der Text ist entnommen aus:
Frankfurter Biographie: personengeschichtliches Lexikon / bearb. von Sabine Hock und Reinhard Forst. Im Auftrag der Frankfurter Historischen Kommission hrsg. von Wolfgang Klötzer.- Frankfurt am Main: Kramer, 1994. Bd. 1, S. 30f.

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