Hauptsynagoge Börnestraße

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Schon seit den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts plante die Israelitische Gemeinde einen Synagogenneubau in der Judengasse. Eine durch den Baron von Rothschild ermöglichte Finanzierung wurde hinfällig, als sich innerhalb der Gemeinde der liberale Flügel mit der Berufung des Rabbiners Dr. Leopold Stein (1810–1882) durchsetzte und das Haus Rothschild seine Zusage zurückzog.
Der Neubau konnte erst nach 1855 realisiert und die neue Synagoge 1860 eingeweiht werden. Die Architektur verband westlich-gotische, maurische und orientalische Stilformen. In der Einweihungsrede betonte Rabbiner Stein, dass man damit die Verbundenheit mit der alten Religion und die Zugehörigkeit zur deutschen Nation ausdrücken wolle. Es bestanden rund 1000 Sitzplätze für Männer und Frauen (letztere auf den Emporen), die über getrennte Eingänge zu erreichen waren.
Die Synagoge wurde durch den Brand in der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 bis auf die Außenmauern zerstört. Nach dem Zwangsverkauf des Grundstücks an die Stadt 1939 musste die Gemeinde auch die Abbruchkosten übernehmen.

Die Hauptsynagoge in der Judengasse, vom nördlichen Teil der Judengasse aus gesehen, um 1890

Die Hauptsynagoge vom südlichen Teil der Judengasse aus, 1882

Die Rückseite der Hauptsynagoge mit Beflaggung

Der Innenraum der Hauptsynagoge Börnestraße mit Toraschrein und Kanzel

Grundriss der Hauptsynagoge Börnestraße

Zusätzliche Stichwörter
Institutionen/Orte/Begriffe:  Hauptsynagoge Börnestraße;  

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    Impressum © Stadt Frankfurt am Main. Text erstellt 2003, aktualisiert am: 30.09.2003